Sitzungsberichte

27. 5. 2017
Waldbesuch des Gemeinderats
Waldbesuch des Gemeinderats

Waldwirtschaftsplan für 2011 weist "Gewinn" aus

Erstmals seit vielen vielen Jahren weist der Waldwirtschaftsplan der Stadt Schrozberg einen Gewinn aus – und wenn es auch nur 2.900 € sind. Die Stadt Schrozberg ist Eigentümer von 80 Hektar Wald, allerdings sind die Flächen so „zersplittert“, dass eine gewinnbringende Waldwirtschaft nahezu unmöglich ist. Zudem mussten in den letzten Jahren viele Arbeiten erledigt werden, die nur der Pflege der Wälder dienten.

In der Sitzung des Gemeinderates berichtete zunächst Dr. Bernhardt Beinhofer von der Haller Forstverwaltung, dass es dem Wald insgesamt und generell im Moment ganz gut geht. Durch die anhaltende Feuchtigkeit im Jahr 2010 blieben viele befürchtete Schädlinge aus und die Bäume hatten genug Saft und Kraft. Lediglich die Eichen hatten mit der Eichenwicklerraupe zu kämpfen, die sich im warmen April gut verbreiten konnte. Dieser Schädling frisst die Eichen kahl, die dann normalerweise noch mal austreiben. Allerdings blieb das in diesem Jahr bei vielen Bäumen aus. Es ist zu hoffen, dass im Jahr 2011 der Schädlingsbefall ausbleibt, da sonst der Eichenbestand ernste Schädigungen davonträgt. Ebenfalls von Schädlingen betroffen sind die Eschen, die von einem Pilzbefall heimgesucht werden. Derzeit besteht noch keine Kenntnis über die Ursachen und Gegenmittel, so dass im Moment darauf verzichtet wird, Eschen nachzupflanzen. Eventuell bilden sich auch natürliche Resistenzen.

Erfreulich ist die Lage am Holzmarkt, die Preise für Fichte/Tanne sowie für Brennholz zogen ganz ordentlich an. Die Stadt Schrozberg hat davon profitiert, sehr zur Freude von Revierförsterin Waldtraud Leinen. Insgesamt wurden 373 Festmeter Holz gemacht – und was bemerkenswert ist: es gab 2010 keinerlei Sturm- oder Käferholz. Aufgrund der anziehenden Preise konnte das Holz besser vermarktet werden, als gedacht. Zudem blieben die Kosten für die Bestandspflege unter der Planung, so dass der angenommene Zuschuss von 5.000 € halbiert werden konnte.

Für 2011 ist auch schon klar, was gemacht wird, denn der geplante Einschlag mit 380 Festmetern liegt schon weitestgehend am Boden. Mit dem erlösten Geld sollen nachgepflanzte Kulturen gesichert werden – und wenn alles gut geht, könnte sogar etwas Geld übrig bleiben.

Die Aussprache im Gemeinderat betraf nicht nur den Stadtwald direkt, sondern gingen bis hin zum Wildbestand. Obwohl nämlich, wenn man den heimischen Jägern Glauben schenken will, kaum noch Wild vorhanden sein soll, sind die Schädigungen an Jungkulturen sehr deutlich auszumachen. Försterin Waldtraud Leinen ist hier der Meinung, dass der Wildbestand relativ ausgewogen ist. Zwar sieht man nicht die Menge an Rehen wie früher noch, aber es gibt dennoch ausreichend Tiere. Das Problem der Schäden an Jungkulturen bringt der Winter mit sich, denn wenn die Tiere nicht mehr auf den Feldern an die Winterfrucht kommen, machen sie sich an die Jungpflanzen ran.

Kritisch wurde diskutiert, dass der Einsatz von Forstgeräten immer mehr auf externe Anbieter verlagert wird und die Waldarbeiter nicht mehr ordentlich ausgestattet sind. Diese Beobachtung ist richtig, Waldtraud Leinen berichtet, dass die früheren Schlepper nur noch zur Unfallverhütung eingesetzt werden und deutlich reduziert wurden. Auf diese Weise will der Staatsforst Gelder einsparen.

Die Beschlussfassung zum Waldwirtschaftsplan 2011 fiel einstimmig aus, kein Wunder, wenn schon einmal eine positive Zahl unter der Finanzplanung steht !!!