Sitzungsberichte

26. 7. 2017

Im Wald sieht es gut aus

Einigermaßen positiv stehen die Zeichen im Stadtwald Schrozberg. Revierförsterin Waltraud Leinen war bei der letzten Sitzung des Gemeinderates, um ihren jährlichen „Zustandsbericht“ abzuliefern.

 

Die Problemstellung ist dabei jährlich die Gleiche – der Waldbesitz der Stadt Schrozberg, immerhin 80 Hektar, ist verteilt auf viele kleine Parzellen, die ein wirtschaftliches Arbeiten im Stadtwald schier unmöglich machen. Försterin Leinen gelingt es trotzdem, zumindest „ergebnisneutral“ zu wirtschaften. 2013 stehen zwar etwas mehr als 1.800 € Verlust unter dem Abschluss, allerdings war zum Jahresende noch nicht alles Holz, das bereits eingeschlagen war, verkauft. Für 2014 rechnet die Försterin mit einem kleinen Plus für die Stadtkasse.

 

Insgesamt steht der Schrozberger Stadtwald ganz ordentlich da. Anfang August musste zwar ein weiterer Käferbefall in Fichtenbeständen befürchtet werden. Durch die einsetzenden Niederschläge blieb allerdings die 2. Brutgeneration aus. Nachdem aber weder im Holz noch sonst wo der Käfer festgestellt werden konnte, ist davon auszugehen, dass sich die Larven möglicherweise im Waldboden versteckt halten könnten.

 

Bei den Eichen gibt es nach wie vor das Problem, dass Bäume absterben. Insbesondere der Prachtkäfer nutzt die Schwächung aus Vorjahren, die bei Kahlfraß durch die Eichenwickler entstand, aus. Nach wie vor legen die Forstleute besonderes Augenmerk auf Eichenbestände, um abgestorbene Bäume möglichst schnell zu verwerten.

 

Allerdings ist der Holzmarkt derzeit so gut wie noch nie. Es lässt sich eigentlich alles vermarkten und auch die Preissituation ist für Waldbesitzer doch sehr zufriedenstellend. Insbesondere wird derzeit Eschenholz sehr gut nachgefragt – glücklicherweise sind die Eschen bei uns in der Region vom Eschentriebsterben nicht zu sehr betroffen.

 

Für den Stadtwald Schrozberg berichtete die Revierförsterin, dass der Einschlag nicht ganz so vollzogen wurde, wie geplant. Der für Herbst geplante Einschlag musste witterungsbedingt verschoben werden. Das bewirkt natürlich die Auswirkungen auf die Finanzen, denn ursprünglich sollte 2013 mehr oder weniger ausgeglichen abschließen. Revierförsterin Leinen gibt sich aber zuversichtlich, dass sich das im Jahr 2014 wieder ausgleichen wird, denn das Holz liegt schon am Boden und bei besserer Witterung kann es zum Verkauf aus dem Wald geräumt werden.

 

Die Stadträte waren sehr interessiert und informierten sich über das Eschentriebsterben, die Vorgaben für die Wegeunterhaltung oder auch bezüglich des Waldspielplatzes. Revierförsterin Leinen blieb keine Antwort schuldig. Beim Eschentriebsterben konnte sie etwas Entwarnung geben. Es handelt sich bei der Erkrankung um einen Pilzbefall und die Bestände in unserer Region sind entweder nicht so befallen oder die hiesigen Eschen kommen eher damit zurecht. Die Fachleute hoffen, dass die neuen Züchtungen resistent gegen den Pilzbefall sein werden.

Bei der Wegeunterhaltung richten sich die forstinternen Zuwendungen für die Maßnahmen im Staatswald nach der Flächengröße der zu verwaltenden Bestände. In den letzten Jahren waren aber auch darüber hinaus Maßnahmen möglich.

Auch für den Waldspielplatz im Schorren hatte die Revierförsterin eine tolle Nachricht mit dabei: aufgrund noch freier Mittel im Staatsforst hat sich das Revier Schrozberg beworben und wurde berücksichtigt. Es gibt in Kürze eine neue Schaukel und vielleicht auch noch ein neues Karussell.

Nicht so positiv waren die Neuerungen im Personalsegment – die Waldarbeiterpartie, die den Kommunalwald Blaufelden und Schrozberg zusammen betreut haben, besteht nur noch aus einer Person. Leider hat sich auch auf Ausschreibungen nichts Entscheidendes getan. Bisher konnte das immer noch über selbstständige Unternehmer gelöst werden. Försterin Leinen hofft darauf, dass eine neue Initiative zusammen mit der Stadt Niederstetten bzw. auch Creglingen wieder eine annehmbare Lösung bringt.