Sitzungsberichte

25. 9. 2017
Waldsituation und Forstreform sorgt für Diskussionen
Waldsituation und Forstreform sorgt für Diskussionen

Waldsituation und Forstreform sorgt für Diskussionen

Auf jeden Fall einmal im Jahr ist das Thema Forst in der Diskussion der Ratsrunde in Schrozberg. Aufhänger war der jährliche Waldwirtschaftsbericht, den die Forstleute regelmäßig zu Beginn des Jahres den Gemeinderäten erstatten. Franz Köberle von der Forstbezirksstelle Crailsheim und der für den Stadtwald direkt zuständige Revierförster Udo Hauber aus Blaufelden hatten dabei gute und schlechte Nachrichten. Die guten Nachrichten voraus: die Lage am Holzmarkt hat sich wieder stabilisiert, die Holzpreise sind vergleichbar mit dem letzten Frühjahr und könnten so bleiben. Doch die Frühjahrsstürme stehen erst bevor und Fachmann Köberle weiß aus Erfahrung, dass nach einem warmen Winter die Gefahr etwas größer ist. Am Holzsammelplatz in Schrozberg tut sich einiges, rund 2.300 Festmeter Holz sind dort zur Submission aufgepoltert – das sind 1.000 Festmeter mehr als im letzten Jahr. Die staatlichen Holzverkäufer versprechen sich davon einen großen Interessenkreis und eine große Bieterrunde, was sich hoffentlich in den Geboten niederschlagen wird.

Die schlechte Nachricht war die Information über die Weiterführung der Forstreform. Nachdem die Zuständigkeiten erst vor drei Jahren komplett geändert und etliche Reviere zusammengeworfen wurden, steht nun wieder eine Radikaländerung an: Künftig sollen die Privat- sowie Staatswälder von verschiedenen Leuten betreut werden. Landrat Gerhard Bauer verspricht sich davon, die Effektivität noch mehr zu steigern. Bürgermeister Klemens Izsak und auch viele Gemeinderäte monierten, dass im Bereich der Forstwirtschaft nur noch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Doch genau das wird von Seiten der Landespolitik so vorgegeben. Für Schrozberg wird die Änderung zur Konsequenz haben, dass Revierförster Udo Hauber nicht mehr für den Stadtwald zuständig sein wird. Allerdings es in Schrozberg bei einer gemeinsamen Betreuung aller Waldbesitzarten, da Schrozberg von sehr zersplitterten Waldflächen geprägt ist und es von der Aufteilung her nicht anders zu machen sein wird. Den gesamten Wald auf Schrozberger Gemarkung soll auch nach der Änderung von Försterin Waltraud Leinen und Förster Wolfram Mayer betreut werden – zumindest bis zu dessen Pensionierung. Künftig werden also die Waldbauern viele Dinge entweder in Eigenregie oder über vereinsmäßig organisierte und finanzierte Gemeinschaften angehen müssen.

Die Diskussion über den Schrozberger Stadtwald rückte bei diesen übergeordneten Problemen etwas in den Hintergrund – allerdings gab es hier keine gravierenden Dinge zu berichten. Der Holzeinschlag 2008 betrug ca. 270 Festmeter – wie geplant. Nur 15 % davon musste zwangsweise aufgrund von Borkenkäferbefall oder Dürre geschlagen werden. Das ist deshalb so wenig, weil kaum noch Fichten im Stadtwald zu finden sind. Die im Zwerchholz beplante Neupflanzung musste verschoben werden und wird im Frühjahr angegangen, es gab keine Pflanzen mehr. Unter dem Strich wurde der städtische Haushalt mit 5.200 € belastet. Für das Jahr 2008 sind nur sehr wenige Maßnahmen vorgesehen – es ist das letzte Jahr des 10-jährigen Forsteinrichtungszeitraumes, also der längerfristigen Planung. Revierförster Hauber hat ermittelt, dass der geplante Holzeinschlag fast erreicht ist, deshalb sollen nur ein „paar“ Bäume gefällt werden. 7.100 € wird der Abmangel dann betragen. Der Beschluss dazu erfolgte einstimmig.

Einige Wortmeldung der Gemeinderäte waren ebenfalls sehr betriebswirtschaftlich. So wurde bemängelt, dass der Stadtwald nur Geld kostet und nichts abwirft. Bürgermeister Klemens Izsak verwies dazu auf die zersplittere Lage der städtischen Waldflächen – eine nachhaltige Bewirtschaftung ist da einfach nicht möglich. Das gleiche Argument galt einer weiteren Wortmeldung: der Vorschlag war, einen Teil der Waldflächen zu verkaufen. Kritik übten die Gemeinderäte an der Art und Weise, wie das Aufarbeiten des Holzes erfolgt. Bei Nässe wurden auch dieses Jahr wieder schwere Schäden an Wegen und Rückegassen angerichtet. Die Forstleute müssen sich diese Kritik gefallen lassen und können nichts ändern. Das Rücken des Holzes erfolgt durch Unternehmer, die das täglich machen und daher keine Rücksicht auf die Witterung nehmen können.