BEKANNTMACHUNGEN

23. 11. 2017

Immer weniger Leute kümmern sich darum, was nach ihrem (oft unerwarteten) Tod mit ihrem Vermögen passiert. Insbesondere meinen irrtümlich viele Eheleute, dass nach dem Tod eines Ehegatten das gemeinsame Vermögen, also insbesondere Haus, Wohnung und Geld, dem überlebenden Ehegatten automatisc h alleine gehört. Dies ist jedoch nicht richtig, denn in nahezu allen Fällen erben auch andere Personen mit und werden dadurch Miteigentümer.

Aus diesem Grund gibt das Notariat Blaufelden folgende Hinweise:

Beim Tod eines Ehegatten tritt gesetzliche Erbfolge ein, wenn diese nicht durch letztwillige Verfügung (Testament / Erbvertrag) abgeändert wurde:

-           Sind Abkömmlinge des verstorbenen Ehegatten vorhanden, werden dessen Erben

- zu 1/2 der überlebende Ehegatte

- zu 1/2 die Abkömmlinge des Verstorbenen.

-           Sind keine Abkömmlinge des verstorbenen Ehegatten vorhanden, werden dessen Erben

- zu 3/4 der überlebende Ehegatte

- zu 1/4 die Verwandtschaft des Verstorbenen.

Dies kann erhebliche Probleme für den überlebenden Ehegatten auslösen:

-           Durch die gesetzliche Erbfolge entsteht eine Erbengemeinschaft zwischen den Erben. Der Nachlass gehört ihnen somit gemeinsam.

-           Jeder Erbe kann jederzeit, auch schon zu Lebzeiten des überlebenden Ehegatten, die Aufteilung des Nachlasses entsprechend den genannten Erbteilen verlangen. Grundeigentum wird dabei zwangsversteigert und der Erlös verteilt, wenn sich die Erben hierüber nicht einigen können.

-           Für minderjährige Abkömmlinge hat der überlebende Ehegatte zwar bis zur Volljährigkeit die elterliche Sorge. Er kann jedoch nur mit Genehmigung des Familiengerichts über Grundeigentum verfügen.

Diese gesetzliche Erbfolge kann aber durch Testament oder Erbvertrag abgeändert werden. Insbesondere kann man dadurch die Rechtsstellung des überlebenden Ehegatten im Verhältnis zu den anderen Miterben stärken und damit auch dessen Zukunft sichern.

Ein Testament kann man privatschriftlich errichten. Zur Rechtssicherheit empfiehlt sich jedoch die Beurkundung durch einen Notar. Ein Erbvertrag muss immer notariell beurkundet werden.

Eine letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag) in notarieller Form hat insbesondere folgende Vorteile:

-           Der Notar berät die Beteiligten ausführlich. Er beurkundet ihren letzten Willen eindeutig und unmissverständlich und hält ihn in rechtlich einwandfreien Ausdrücken fest, so dass hierüber später keine Zweifel entstehen.

-           Es kann später nicht behauptet werden, die letztwillige Verfügung sei gefälscht worden.

-           Der Notar überzeugt sich von der Geschäftsfähigkeit der Beteiligten und legt seine Feststellungen hierüber in der Urkunde nieder. Ein Angriff gegen den letzten Willen mit der Behauptung, der Verstorbene sei nicht geschäftsfähig gewesen, wird dadurch erschwert.

-           Der Notar sorgt für eine zuverlässige Verwahrung der letztwilligen Verfügung und für deren Eröffnung nach dem Erbfall. Dadurch ist sichergestellt, dass die letztwillige Verfügung nicht "verschwindet".

-           Wenn keine letztwillige Verfügung in notarieller Form vorhanden ist, ist zum Nachweis der Erbfolge gegenüber Grundbuchamt, Banken, Versicherungen und Behörden in der Regel ein Erbschein notwendig, dessen Erteilung einen längeren Zeitraum erfordern kann und mit oft hohen Kosten verbunden ist. Ist dagegen eine letztwillige Verfügung in notarieller Form vorhanden, reicht diese in der Regel als Nachweis der Erbfolge aus.

Es ist also für Eheleute sinnvoll, sich wenigstens einmal im Leben -und das möglichst früh- unter fachkundiger Beratung mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Wichtiger Hinweis des Notariats Blaufelden:

Aufgrund der Notariatsreform werden alle Bezirksnotariate in Baden-Württemberg zum Ablauf des Jahres 2017 geschlossen – auch das Notariat Blaufelden. Beurkundungen sind ab 2018 nur noch bei freiberuflichen Notaren in Städten möglich. Weitere Auskünfte erteilt gerne Notar Göhler beim Notariat Blaufelden, Tel. 07953-334.